- Link abrufen
- X
- Andere Apps
»Gewalt ist ein ständiger Wegbegleiter«
Wie unterstützt Ihre Organisation Frauen und ihre Familien während der Migration?
Denise Carachure (DC): Wir begleiten sie bei ihren Asylgesuchen und Aufenthaltsverfahren in Mexiko, aber auch bei Verfahren in den USA. Wir unterstützen sie dabei, Ausweisdokumente und Identitätsnachweise zu beschaffen und Zugang zu staatlichen Leistungen, medizinischer Versorgung sowie Bildung durchzusetzen. Zudem betreiben wir strategische Prozessführung. Unsere Arbeit konzentriert sich auf Mexiko, findet aber auch über Netzwerke in den USA statt. Unser Hauptsitz befindet sich in Mexiko-Stadt, darüber hinaus sind wir in acht Regionen des Landes tätig.
Wie hat sich die verschärfte Migrationspolitik der US-Regierung unter Präsident Trump auf die Situation von Geflüchteten und Migrant:innen ausgewirkt?
»Die Migrationsfeindlichkeit von Donald Trump hat in Teilen der US-Bevölkerung Widerhall gefunden, die Ablehnung von Geflüchteten und unterstützenden Organisationen ist gewachsen.«
DC: Der migrationsfeindliche Diskurs von Präsident Donald Trump hat in Teilen der US-Bevölkerung Widerhall gefunden. Die Ablehnung von Migrant:innen, Geflüchteten und den sie unterstützenden Organisationen wie Imumi ist gewachsen. Reguläre Migrationswege wurden nahezu abgeschnitten. Viele Menschen strandeten daraufhin in Mexiko und sahen sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, zum Beispiel bei der Erlangung von Aufenthaltspapieren oder der Suche nach Rückkehrmöglichkeiten in ihr Herkunftsland, sofern sie es wollten. Andere begannen langwierige Verfahren, um als international schutzbedürftig anerkannt zu werden.
Mit welchen Schwierigkeiten sind Frauen und Mädchen konfrontiert, wenn sie in Mexiko ankommen?
Dinorah Arceta (DA): Geschlechtsspezifische Gewalt ist ein wiederkehrendes Muster und ständiger Wegbegleiter der Frauen und Mädchen bei ihrer Migration. Viele flüchten bereits aus ihren Herkunftsländern vor Partnerschaftsgewalt, sexualisierter Gewalt oder extremer wirtschaftlicher und sozialer Benachteiligung. Auf dem Weg werden sie erneut Opfer von Übergriffen – auch durch Grenzschutzbehörden, Nationalgarde und die Polizei. Am Zielort, sei es in Mexiko oder in den USA, haben sie Schwierigkeiten aufgrund geschlechtsbedingter Ungleichbehandlung: eingeschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt, Lohnungleichheit oder traditionelle Rollenzuschreibungen bei der Sorgearbeit. Hinzu kommen rechtliche Hürden – etwa wenn Frauen mit ihrem Partner einreisen und keinen eigenständigen Aufenthaltsstatus haben oder wenn sie sich in einer Gewaltsituation befinden und keinen Zugang zu einem eigenen Asylverfahren unabhängig vom Fall ihres Partners erhalten.
Welche Folgen der strengeren Abschottung der USA beobachten Sie?
DA: Abgeschobene mexikanische Frauen sowie Frauen aus Drittstaaten stehen vor riesigen Herausforderungen. Häufig waren sie zentrale Bezugspersonen, die ihre Familien zusammengehalten haben. Sie wurden gewaltsam von ihren Kindern und anderen Angehörigen getrennt und kämpfen nun um Familienzusammenführung. Nach ihrer Rückkehr beziehungsweise Abschiebung nach Mexiko sehen sie sich zudem mit Vorurteilen und Stigmatisierung konfrontiert: Ihnen wird vorgeworfen, ihrer Rolle als Sorgende nicht nachgekommen und »schlechte Mütter« zu sein, weil sie ihre Kinder im anderen Land zurückgelassen hätten oder mit ihrer Migration insgesamt gescheitert seien. Diese Zuschreibungen beruhen auf tief verankerten Geschlechtervorstellungen.
Von welchen Zahlen bei Geflüchteten, insbesondere Frauen, in Mexiko ist die Rede? Und wie sieht die Situation von geflüchteten LGBT-Personen aus?
DA: 2025 wurden in Mexiko mehr als 70 000 Asylanträge gestellt – ein Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren, der vor allem auf restriktive Maßnahmen der Bundesregierung zurückzuführen ist. Gleichzeitig ist der Anteil von Frauen deutlich gestiegen: Lag er 2012 noch bei 13 Prozent der Antragstellenden in Mexiko, betrug er im vergangenen Jahr 45 Prozent.
Eine offizielle Statistik über LGBT-Personen unter den Asylsuchenden gibt es in Mexiko leider nicht. Unsere eigene Dokumentation zeigt jedoch, dass insbesondere Menschen aus dem »Nördlichen Dreieck« Zentralamerikas (El Salvador, Guatemala und Honduras; Anm. d. Red.) vor Gewalt, Hassverbrechen und sogenannten Konversionsmaßnahmen fliehen. In diesen Ländern ist das offene Leben einer diversen Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung mit erheblichen Risiken verbunden.
Sie haben eigene Zahlen erhoben?
DA: Wir haben ein entsprechendes Asylverfahren in Mexiko begleitet und haben dadurch erfahren, dass LGBT-Personen 2024 insgesamt 1.368 Asylanträge gestellt haben – das entspricht etwa zwei Prozent aller Verfahren. Allerdings werden diese weder beim Nationalen Migrationsinstitut (INM) noch bei der staatlichen Asylbehörde Comisión Mexicana de Ayuda a Refugiados (Comar) als besonders schutzbedürftig erfasst. Daher spiegelt die Zahl für 2024 nicht die wirkliche Anzahl geflüchteter LGBT in Mexiko wider. Zudem vermeiden es manche Geflüchtete aus Angst vor negativen Auswirkungen auf ihr Asylverfahren, sich zu outen.
Was hat die mexikanische Regierung unter Präsidentin Claudia Sheinbaum in der Migrations- und Aufnahmepolitik im vergangenen Jahr unternommen?
DA: Unter Sheinbaum wurde erstmals eine ressortübergreifende nationale Strategie initiiert, um aus den USA abgeschobene Personen aufzunehmen – »México te abraza« (Mexiko umarmt dich). An der Nord- und Südgrenze wurden temporäre Aufnahmelager und Unterkünfte eingerichtet, in denen Mitarbeitende verschiedener Behörden Unterstützung beim Zugang zum Arbeitsmarkt, zur Gesundheitsversorgung und zu Ausweisdokumenten leisten sollen.
Die umfangreichen Kürzungen staatlicher und internationaler Fördermittel für zivilgesellschaftliche Organisationen im vergangenen Jahr haben die Arbeit vieler NGOs stark beeinträchtigt.
Allerdings beobachten wir bislang, dass die Hilfe nach dem Aufenthalt in diesen Camps nicht kontinuierlich fortgeführt wird. Besonders problematisch ist dies, wenn Betroffene Schwierigkeiten haben, Geburtsurkunden, Identifikationsnummern oder den Eintrag ins Wahlregister zu erhalten – Dokumente, die Voraussetzung für ein Bankkonto und den Zugang zu Gesundheitsversorgung oder Bildung sind.
Darüber hinaus wurden in Kooperation mit den Vereinten Nationen sogenannte centros multiservicios eingerichtet, für alle Personen, die sich in Migrationsprozessen befinden, etwa in Tapachula an der Grenze zu Guatemala sowie an der Nordgrenze zu den USA. Auch diese temporären Aufnahmezentren sollen Menschen in laufenden Migrationsprozessen unterstützen.
Wodurch wird eure Arbeit erschwert?
DC: Die umfangreichen Kürzungen staatlicher und internationaler Fördermittel für zivilgesellschaftliche Organisationen im vergangenen Jahr haben die Arbeit vieler NGOs stark beeinträchtigt. Einige mussten ihre Einrichtungen schließen, andere ihr Personal im Bereich der Migrationsbegleitung reduzieren. Auch wir bei Imumi sind gezwungen, intensiv nach neuen Fördermitteln zu suchen. Migration ist für viele Geldgeber inzwischen weniger wichtig als noch vor einigen Jahren.
Was motiviert euch?
DA: Die Solidarität innerhalb der zivilgesellschaftlichen Netzwerke ist in diesen Zeiten essentiell, genauso wie der Austausch und die gegenseitige Unterstützung mit befreundeten Organisationen. Hoffnung schöpfen wir, wenn Frauen in ihren Verfahren positive Entscheidungen der Comar erhalten, ein wichtiges Aufenthaltsdokument erlangen oder staatliche Anerkennung und Entschädigung für erlittene Menschenrechtsverletzungen durchsetzen können – trotz einer geschwächten Justiz und chronisch unterfinanzierter Behörden. Besonders trägt uns die Energie und das Engagement unserer jungen ehrenamtlichen Aktivist:innen.
#DerechosMigrantes #EmpoderamientoFemenino #IMUMI14años
#FondoFEF #IMUMI #MujeresMigrantes #DerechosHumanos #OSC
#CIMACRadio #VioletaRadio #LasMoradas #radio #radiofeminista #feminismo
#niewieder #gegenjedenantisemitismus #solidaritywithisrael
#israel #Antideutsche #Antifa #againstantisemitism #FreeIran #AgainstMullahs #freegazafromhamas #AgainstIslamism #antisemitism. #StopTheHate #freegazafromhamas
#FuckTheIslamicRepublic
.
#fuckkhamenei #fucktheislamicregime #irgcterrorists #nodealwithir #nodealwithmullahs #zanzendegiazadi #womanlifefreedom #femmevieliberté #donnavitalibertà #mujervidalibertad #kvinnalivfrihet #womensrights #womensrightsarehumanrights #iranian #iranianwomen #freeiran #iranprotests #iranrevolution #stopexecutionsiniran #mahsa_amini #nikashakarami #sarinaesmailzadeh #asrapanahi #hananehkia #hadisnajafi #yaldaaghafazli
#SupportGreen #SupportIsrael #SupportUSA #FreeIran #againstmullahs #againstputin #SupportUkraine #linkelinksliegenlassen #AfDVerbotjetzt - damit wir leben können.
#JinaAmini #SayHerName #WomanLifeFreedom #IranProtests #KurdishWomen #IranRevolution #HumanRights #MiddleEastWomen #FeministActivism #TheLoudFeminist #StandWithWomen #LetHerNameBeHeard
#mahsaamini #womenlifefreedom #FreeIran #SupportIsrael #SupportUkraine
#demonstration #münchen #keinmenschistillegal #bleiberechtfüralle #refugeeswelcome
#makeracistsafraidagain #punchnazis #fcknzs #antifa #antifascist #antiracism #neveragain #fckafd #endracism #refugeeswelcome #nooneisillegal #deathtofascism #rash #rashunited #sharp #nopasaran #thesebootsareforkickingfascists #nazipunksfuckoff #fucknazisympathy
- Link abrufen
- X
- Andere Apps


Kommentare
Kommentar veröffentlichen